{"id":368,"date":"2019-12-30T17:56:10","date_gmt":"2019-12-30T17:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/grossetulln.at\/?page_id=368"},"modified":"2019-12-31T11:29:34","modified_gmt":"2019-12-31T11:29:34","slug":"der-aitel-ein-schwerst-unterschaetzter-fisch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/grossetulln.at\/index.php\/der-aitel-ein-schwerst-unterschaetzter-fisch\/","title":{"rendered":"Der Aitel &#8211; ein schwerst untersch\u00e4tzter Fisch"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kann man einen Fisch lieben? Falls ja, der Aitel h\u00e4tte es sich verdient. Ein Lanzenbruch f\u00fcr das Aschenputtel unter den heimischen Fischen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0258-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-252\" srcset=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0258-2-768x1024.jpg 768w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0258-2-225x300.jpg 225w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0258-2-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0258-2.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption><em>Kapitaler Aitel im Drill bei der Anzbachm\u00fcndung in Neulengbach.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Langsam treibt der Schwimmer am Ufer entlang stromabw\u00e4rts. Gut 15 Meter vom Angler ist er pl\u00f6tzlich weg. \u201eEins, zwei&#8220; &#8211; Anschlag bei \u201edrei&#8220;. Und dann biegt sich die Rute. Angeln wie damals, als ein Kork, eine Schnur ein Haken und ein altes St\u00fcck Brot gen\u00fcgten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0110-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-253\" srcset=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0110-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0110-300x225.jpg 300w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0110-768x576.jpg 768w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0110-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0110.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Beste Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr einen Speise-Aitel: Knapp unter 50 Zentimeter.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Mit Brotkugeln auf der Suche nach der Kindheit.<\/strong> In 90 Prozent der F\u00e4lle bei\u00dft auf diese Brotkugel ein Aitel (D\u00f6bel). Dieser Wei\u00dffisch ist h\u00e4ufig und viele Angler verschm\u00e4hen ihn. \u201eZu viele Gr\u00e4ten&#8220;, ist die meistgebrauchte Begr\u00fcndung. Sein h\u00e4ufiges Vorkommen, die Arbeitsitensit\u00e4t beim Zurichten und schlicht mangelndes Wissen f\u00fchren zu dieser Geringsch\u00e4tzung. V\u00f6llig zu unrecht. Denn nicht nur die urspr\u00fcngliche Methode beim Angeln macht den Aitel zu einem lohnenden Zielfisch. Sein wei\u00dfes Fleisch (daher \u201eWei\u00dffisch&#8220;) ist eine Delikatesse &#8211; Wenn man wei\u00df wie er zubereitet wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00075-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-369\" srcset=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00075-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00075-300x200.jpg 300w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00075-768x512.jpg 768w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00075-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00075.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Aitel machen Arbeit. Die geschuppten Fische m\u00fcssen noch filetiert und geschr\u00f6pft werden.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Selbst Gattinnen und T\u00f6chter lieben die Filets.<\/strong> Ja, freilich. Der Aitel macht Arbeit. Er muss geschuppt und filetiert werden. Danach muss man die Filets schr\u00f6pfen, das hei\u00dft etwa alle zwei Millimeter von der Fleischseite einschneiden. Mit etwas \u00dcbung ist die Prozedur aber in knapp zehn Minuten erledigt. Und wer sich die M\u00fche antut, wird mit den feinsten Fischfilets belohnt, die heimische Gew\u00e4sser zu bieten haben. Natur, paniert oder im Backteig. Dickes, schneewei\u00dfes Fleisch, saftig, zart. Von den Gr\u00e4ten ist nichts zu sp\u00fcren. Selbst Gattinnen und T\u00f6chter verspeisen die Filets mit Hingabe. Versprochen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00085-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-370\" srcset=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00085-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00085-300x200.jpg 300w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00085-768x512.jpg 768w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00085-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DSC00085.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Natur, paniert oder in Backteig. Wer die M\u00fche nicht scheut, wird mit wei\u00dfen Filets belohnt.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der Aitel &#8211; der Inbegriff des Fisches schlechthin.<\/strong> F\u00fcr mich war der Aitel schon immer ein besonderer Fisch. W\u00e4hrend wir als Kinder beim \u201eFischgreifen&#8220; Forellen quasi nach Belieben aushoben, war es etwas Besonderes, wenn man einen Aitel mit blo\u00dfen H\u00e4nden erwischte. Es sind kr\u00e4ftige Tiere, scheu und klug. Und sch\u00f6n. Mit ihrer klassischen Form, den Schuppen und der markanten Netzzeichnung sind sie der Inbegriff eines Fisches. Bittet man einen x-beliebigen Menschen \u201eZeichne einen Fisch&#8220;, kommt meist ein Aitel dabei heraus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kr\u00e4ftige Tiere. Schlau und scheu. <\/strong>Wer glaubt, das Aitelangeln ist leicht, der irrt. Wenn die Fische einen Angler am Ufer einmal ersp\u00e4ht haben, dann kann man diese Stelle bereits abhaken. Es ist Schleichen angesagt, Deckung hinter B\u00fcschen. Kunstvolle W\u00fcrfe aus dem Handgelenk zwischen Zweigen und Brennesseln. Nat\u00fcrlich bei\u00dfen Aitel manchmal auch auf den Forellenspinner oder die Fliege. Aber am sch\u00f6nsten ist die Angelei mit der Treibpose. In Deutschland gibt es Gegenden, in denen sich die Angler auf die Fischerei von \u201eD\u00f6beln&#8220; spezialisiert haben und ihre Angelg\u00e4nge stolz in Videos festhalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0573-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-229\" srcset=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0573-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0573-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0573-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0573-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0573-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Gesplei\u00dfte Rute mit historischer \u201eCentrepin&#8220; in Aktion nach gel\u00fccktem \u201eTrotting&#8220;<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Very british &#8211; Nobles \u201eTrotting&#8220; mit der Centrepin auf den \u201eChub\u201c. <\/strong>\u201eW\u00e4hrend in unseren Breiten die Station\u00e4rrolle benutzt wird, lieben es die Briten klassisch. Sie drillen ihren \u201eChub&#8220; mit der \u201eCentrepin&#8220;. Dabei handelt es sich um eine extrem leichtg\u00e4ngige Rolle ohne Bremse. Sie \u00e4hnelt einer \u201eDrachenschnur-Rolle&#8220; gibt selbst bei geringer Str\u00f6mung oder kleinsten Posen die Schnur praktisch ohne Widerstand frei. Der K\u00f6der kann so ungest\u00f6rt abtreiben. Und ein Drill mit der ungebremsten Centrepin ist ohnehin das direkteste Erlebnis, das es beim Angeln gibt. \u201eTrotting&#8220; nennt der geneigte Aitel-Brite diese Methode, die gerne auch mit historischen Angeln ausge\u00fcbt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00f6bel sind h\u00e4ufig. Weil sie so gen\u00fcgsam sind. Sie sind nicht w\u00e4hlerisch bei der Nahrung, vertilgen Obst und Algen genau so wie kleinere Artgenossen. Sie halten selbst miese Bedingungen hervorragend aus und sind relativ unempfindlich auf warmes Wasser. Auch ein Vorteil in Zeiten wie diesen, in denen aufgrund w\u00e4rmerer Witterungund und fehlender Beschattung die Wassertemperatur in vielen Gegenden f\u00fcr Salmoniden bereits ung\u00fcnstig ist. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0570-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-228\" srcset=\"https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0570-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0570-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0570-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0570-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/grossetulln.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Photo0570-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Erfolgreicher Fang mit historischem Ger\u00e4t &#8211; ein besonderes Erlebnis.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>No need for Tweed. Feiner Zwirn am Wasser kann sein &#8211; muss aber nicht. <\/strong>Wer sich ein St\u00fcck Kindheit zur\u00fcckholen will, der kann seinen Stoppel durch die Gro\u00dfe Tulln treiben lassen. Hier gibt es Unmengen, oft kapitale Aitel. Fische mit 50 Zentimetern und mehr. Am besten sind die Exemplare um 45 Zentimeter Gr\u00f6\u00dfe. Ja, nat\u00fcrlich gibt es hier auch die Wienerwald-Bachforellen. Es gibt Barben mit mehr als 70 Zentimetern, die einen unvergesslichen Drill bieten. Es gibt heikle Nasen, die nahezu jeden K\u00f6der verschm\u00e4hen der angeboten wird und so Truppen von Anglern in den Wahnsinn treiben. Und es gibt Barsch und Hecht. Klingende Namen. Und nat\u00fcrlich ist es wunderbar sich um 180 Euro eine Tageskarte an der Ybbs zu leisten und \u00c4schen mit der Fliege nachzustellen. Trotzdem ist f\u00fcr mich das sch\u00f6nste Vergn\u00fcgen und der h\u00f6chste Genuss, einen Aitel an der Gro\u00dfen Tulln am Haken zu haben. Und selbst die hartgesottensten Edel-Angler haben das nach einem Tag am Wasser auch so empfunden. Man kann Aitel ja auch im Tweedsakko und mit Schieberkappe angeln&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann man einen Fisch lieben? Falls ja, der Aitel h\u00e4tte es sich verdient. Ein Lanzenbruch f\u00fcr das Aschenputtel unter den heimischen Fischen. Langsam treibt der Schwimmer am Ufer entlang stromabw\u00e4rts. Gut 15 Meter vom Angler ist er pl\u00f6tzlich weg. \u201eEins, zwei&#8220; &#8211; Anschlag bei \u201edrei&#8220;. Und dann biegt sich die Rute. 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