Fischereisaison wird bis zum Ende des Lockdowns verlängert

Fischereisaison wird bis zum Ende des Lockdowns verlängert

Eine ereignisreiche Saison geht zu Ende. Nach einem trockenen Frühjahr gab es den gesamten Sommer und Herbst optimale Wasserbedingungen. Die Fänge an Forellen waren gut, zusätzlich konnten erstmals Nasen und ein schöner Schied im Revier gefangen werden.

Beste Bedingungen: Forellenfänge von Walter Höfler im Sommer in Emmersdorf.

Schon im Frühjahr wurde das Revier früher geöffnet, um eine Abwechslung im ersten Lockdown zu bieten und die Isolation etwas erträglicher zu machen. Auch nun im zweiten Lockdown stellt Fischen nach Auskunft des gesundheitsministeriums eine Tätigkeit dar, die auch der psychischen Erholung dient, weshalb auch gefischt werden darf. Dabei sind aber alle sonstigen maßgeblichen Bestimmungen der vorzitierten Verordnung einzuhalten.

https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2020_II_479/BGBLA_2020_II_479.html

Deshalb werden wir die Saison nicht wie üblich am 30. November beenden. Unterhalb der Strassenbrücke in Grabensee bis zum Revierende bei der Brücke in Plankenberg darf bis zum Ende des Lockdowns weitergefischt werden. Durch die Verlängerung soll den Lizenznehmern und deren Angehörigen die Möglichkeit gegeben werden, bei ein paar erholsamen Stunden am Wasser die Tristesse des Lockdowns zu vergessen.

Ich bitte alle Lizenznehmer nun besonders darauf zu achten, die Bachforellen, die derzeit ablaichen, zu schonen. besonders das Verbot den Bach zu betreten ist zu beachten, um die Laichplätze nicht zu zerstören oder Sedimente aufzuwühlen, welche die Brut gefährden.

Die Fischerei kann also zumindest bis 7. Dezember im Revier weiter ausgeübt werden. Sollte der Lockdown länger andauern, wird auch das Saisonende nach hinten angepasst. Von 25. Dezember bis einschließlich 1. 1. ist das Revier unterhalb des Wehres in Siegersdorf bis Plankenberg fürs Altjahresfischen geöffnet. Ob es einen Nachmittag gibt, an dem man im Freien Gelegenheit für ein Gespräch oder einen Tee aus der Thermoskanne hat, wird den Umständen entsprechend kurzfristig entschieden.

Liznehmer Walter Höfler gingen diese Regenbogenforellen an den Haken.

Es wurden auch heuer wieder ausreichend Forellen besetzt, ein Lokalaugenschein am Wochenende hat ergeben, dass auch noch jede Menge beißfreudige Regenbogenforellen unterwegs sind. Petri und eine schöne Zeit am Wasser !

Befischung: Schwärme von Donaufischen und drei neue Arten gefangen (Mit Video)

Befischung: Schwärme von Donaufischen und drei neue Arten gefangen (Mit Video)

Die Wissenschaftler vom Büro „Pro Fisch“ bei der Arbeit. Eine starke Nase springt vor dem Stromgerät.

„Wenn man den Fluss von aussen sieht, erwartet man nicht, dass hier so viele Arten und eine so hohe Biomasse vorhanden sind.“ Selbst Dr. Michael Schabuss vom Büro „Pro Fisch“ war vom Ergebnis einer Elektro-Befischung der Grossen Tulln überrascht. Der Limnologe und sein Team befischten am 15. September 2020 120 Meter Flusstrecke unterhalb der Brücke in Siegersdorf und registrierten die Fänge.

Video: Das ging bei der Abfischung in die Kescher

Eindrucksvoll, wie die starken Nasen vor den E-Geräten in die Luft sprangen und dicke Barben ins Netz gingen. Die Wissenschaftler gingen dabei sehr schonend vor, nicht ein einziger von hunderten gefangenen Fischen starb bei der Aktion.

Die gefangenen Fische wurden in Becken mit Sauerstoffzufuhr bis zur Vermessung gehältert.

Die Hauptarten, die bei der Befischung nachgewiesen wurden, waren Aitel, Schneider und erstaunlicher Weise der Bitterling. Michael Schabus: „Das war insoferne eine Überraschung, da der kleine Fisch auf die Flussmuschel zur Fortpflanzung angewiesen ist, da er in ihr ablaicht. Sein großes Vorkommen deutet auch auf große Muschelbestände hin.“

Überraschungsgast Bitterling deutet auf Muscheln hin

Neben dem Bitterling, dessen Vorkommen im Revier bislang nicht bekannt war, wurden auch zwei weitere neue Fischarten erstmals in diesem Bereich nachgewiesen. Das Rotauge und der Weißflossengründling. Letzterer ist ein Indikator dafür, dass die Durchgängigkeit zur Donau gegeben ist. Bachforellen und Barsche vertraten die Gattung der Räuber. Ein großer Schied, wie er zuletzt unweit der Stelle gefangen wurde, war allerdings nicht in den Keschern.

Eine dicke Barbe wird vermessen und gewogen.

Auch das Vorkommen von Nasen und Barben war eine positive Überraschung. Michael Schabus: „Wir haben bei beiden Arten sowohl große Tiere als auch mittlere und kleine, also mehrere Generationen festgestellt. Das ist insoferne erstaunlich, da sich in Zubringern die großen Individuen oft nur im Frühjahr zum Laichen aufhalten und dann wieder verschwinden. Dass hier so viele im September gefangen werden, ist erstaunlich.“

Limnologe Dr. Michael Schabus: „Es bringt die Durchgängigkeit nichts, wenn ich den aufsteigenden Fischen keine Lebensräume biete“

Erster Befund: Wehrrückbauten höchst erfolgreich

Die Ergebnisse der Befischung werden im Frühjahr veröffentlicht. Vorab fasst Schabus aber bereits zusammen, dass die Durchgängigkeit zur Donau einen überraschend positiven Effekt auf die Fischbestände hat. 2019 wurden zwei Wehranlagen in Abstetten und Plankenberg rückgebaut, seither wandern Donaufische wie Nasen und Barben massenhaft zu um hier zu laichen.

Limnologe: „Vom Pfui ins Gack – Keine Durchgängigkeit ohne Strukturverbesserung“

Trotzdem brauche es aber nicht nur weitere Wehrrückbauten, sondern auch weitere Strukturmaßnahmen. Schabus: „Es bringt wenig, wenn der Fisch vom Pfui ins Gack aufsteigen kann. Es braucht mehr Habitate, Laichmöglichkeiten, Unterstände für Jungfische und Winterunterstände, damit die Situation besser wird. In diesem Bereich ist der Fluss extrem begradigt und viele Lebensräume fehlen. Auch das Flussbett ist extrem grobkörnig, zum Laichen würden die Fische feinere Kiesbänke benötigen.“

Auch schöne Bachforellen finden sich im unteren Abschnitt des Reviers.

Die nächsten Maßnahmen an der Grossen Tulln sollen laut Land Niederösterreich die Rückbauten der Wanderhindernisse bei den Wehren in Siegersdorf und Asperhofen sein. Die Fischerei wird sich bemühen, im Zuge der Arbeiten mit Hilfe des Landesfischereiverbandes vielleicht auch die eine oder Andere Strukturierungsmaßnahme umzusetzen. Denn man sieht: Die Fische wandern in Schwärmen aus der Donau zu. Jetzt müssen sie nur noch geeignete Unterstände und Laichbänke vorfinden. Um mit Dr. Schabus zu sprechen: ein wenig mehr „Hui“ und weniger „Pfui“ tut dem stark regulierten Flussabschnitt sicher gut.

Sensationsdrill: Schied (65 cm) biss auf Forellenspinner

Sensationsdrill: Schied (65 cm) biss auf Forellenspinner

Ende August war ich mit Kollegen wieder einmal auf Ansitz unterhalb von Siegersdorf. Zwecks etwas Abwechslung und Bewegung (es heißt ja Sportfischen) beschloss ich mich vom Klappstockerl zu erheben und mit einem vier Gramm Forellenspinner die Kolke unterhalb des Wehres in Siegersdorf auf Forellen oder Barsche zu befischen. Was dann geschah, hatte ich allerdings nicht am Radar.

Knapp unter der Oberfläche geführt, hatte sich offenbar ein Ast im Spinner verfangen. Als der vermeintliche Hänger aber plötzlich Schnur nahm war klar: Da war was Großes am Haken. Der Drill brachte die kleine Forellenspinnrute an die Grenzen. Zum Glück hatte ich ein etwas dickeres Fluor-Carbon Vorfach mit 0,2 aufgezogen. Die Bremse wurde knapp unter das vermutete Belastungsmaximum nachgezogen. Immer wieder nahm der Fisch trotzdem Schnur oder tauchte an den Grund des Kolkes ab.

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Zuerst vermutete ich eine Barbe im Raubmodus, was ab und zu vorkommt. Als der Fisch das erste mal sprang, war aber bald klar: Es ist ein großer Schied (Rapfen). Dieser Weißfisch ernährt sich als einzige Karpfenart vorwiegend räuberisch. Vom Aitel kann man ihn leicht durch sein oberständiges Maul unterscheiden. Nach etwa fünf Minuten war der Bursche dann im Netz. Mit 65 cm Größe und knapp drei Kilo Gewicht war der Fang für die Größe dieses Flusses absolut ungewöhnlich.

Da die Kollegen stromabwärts damit beschäftigt waren Grundler zu sekkieren waren keine Zeugen anwesend. Ich beschloss daher den Fisch, der ob seiner 137 zusätzlichen Muskelgräten als ungenießbar verschrien ist, trotzdem zu entnehmen. Die Filets wurden im Cutter zerkleinert und zu köstlichen Laibchen verarbeitet.

Fänge wie diese zeigen, wie abwechslungsreich die Fischerei im Revier geworden ist, seit die Passierbarkeit für Fische im unteren Revierteil gegeben ist. Zahlreiche Donauarten haben sich inzwischen etabliert und Laichgründe sowie neuen Lebensraum gefunden. Der weitere Rückbau von Querbauwerken ist daher oberstes Ziel. Projekte für Fischaufstiegshilfen bei der Wehranlage in Siegersdorf sind bereits zur Förderung eingereicht und sollen bereits diesen Winter begonnen werden.

Steckerlfisch aus Russnase (Mit Video, Feinripp Cut)

Steckerlfisch aus Russnase (Mit Video, Feinripp Cut)

Natürlich ist das Revier Grosse Tulln I/1 ein hervorragendes Forellenrevier. Aber es gibt auch unterschätzte Fische, die vom Angler oft verschmäht werden. Über die Liebe zum Aitel habe ich mich auf dieser Seite ja bereits mehrmals geoutet. Diesmal will ich die Lanze für einen anderen Weißfisch brechen: Die Russnase.

Kurz vor Fischereiende ging an einem lauen Augustabend eine vimba vimba mit stolzen 47cm an den Haken. Aus Erzählungen greiser Angler weiß ich, dass früher die original Steckerlfische aus Weißfischen wie Russnase oder Nase zubereitet wurden. Deswegen beschloss ich den Fisch nicht zurückzusetzen sondern auf historische Weise zuzubereiten.

Im Video zeige ich wie man eine Russnase schröpft, vorbereitet, langsam über Buchenscheiten gart und stilecht serviert. Modebewusste Zeitgenossen seien gewarnt: Für das Video habe ich mich extra stilecht in Feinripp und Gummischlapfen geworfen, die historisch überlieferte Tracht des lokalen Steckerlfischbraters.

Fang der ersten Nase im Revier (Mit Video)

Fang der ersten Nase im Revier (Mit Video)

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Nach Eineinhalb Jahren vergebener Versuche, konnte nun die erste Donaunase seit Jahrzehnten im Revier gekeschert werden. Das scheue Tier ging auf eine Kombi aus roter und weißer Made an den 12er Haken. Geangelt wurte mit einer feinen 10 ft Feeder Rute bei aufsteigendem Wasser am Tag vor dem großen Hochwasser mitte Juni 2020.

Die Beseitigung der Wanderhindernisse im Unterlauf hat die Fischerei auch in unserem Revier Grosse Tulln I/1 abwechslungsreicher macht. Während im oberen Abschnitt der 25 Kilometer Flussstrecke die Forellenfischerei mit Fliege oder Spinner dominiert, kann man in den unteren drei Kilometern auf alle Arten von Donaufischen ansitzen. Hecht, Barsch, Nase, Russnase, Schied und natürlich kapitale Döbel zeichnen den Abschnitt zwischen Siegersdorf und Plankenberg aus.

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Wenn die Barben Liebe machen (mit Video!)

Wenn die Barben Liebe machen (mit Video!)

Seit dem Fall der Wehre in Abstetten und Plankenberg sind sie auch wieder regelmäßig in unserem Revier anzutreffen. Fänge wie jener auf diesem Foto unten sind wieder möglich.

Die Barben kommen trotz extremem Niedrigwasser auch dieses Jahr aus der Donau zu uns um hier abzulaichen. Bei den neuen Buhnen-Strukturen in Plankenberg dürften sie das bereits getan haben. Bei der Kontrolle eines Laichplatzes wurden kleine Eier gefunden – wahrscheinlich Barbenlaich.

Bei ihrem Liebesspiel in Plankenberg haben die stolzen Bartträger aber offenbar Diskretion bevorzugt. Deswegen habe ich einen Ausflug ins Unterliegerrevier unternommen. Oberhalb von Judenau wurde im Reich des Sportfischereivereines Ottakring eine große Renaturierung verwirklicht. Der Fluss erhielt mehr Raum, Buhnen wurden errichtet, inzwischen ist alles schon dicht bewachsen. Ein Paradies für Fische und andere Lebewesen.

Und hier fühlten sich die Barben offenbar unbeobachtet. Am letzten April-Wochenende gelangen so Aufnahmen des Laichspieles der Fische. Bis zu zehn Männchen bedrängten dabei die größeren Weibchen – bis diese schließlich ihre Eier in gut überströmten Furten ablegten. Bilder wie diese zeigen: Es genügt nicht nur, dass die Fische ungehindert wandern können. Sie brauchen auch Strukturen um zu überleben und sich fortzupflanzen. Diesbezüglich ist im revier Große Tulln I/1 noch Nachholbedarf. Aber mit jedem Wehr das rückgebaut wird und mit jeder Struktur die entsteht, verbessern sich die Bedingungen.

Die Nasen sind zurück (Mit Video!)

Die Nasen sind zurück (Mit Video!)

Trotz extremem Niedrigwasser. Trotz mehrerer Bieberbauten, die sie überwinden mussten. Und trotz extremer Algenblüte: Die Nasen sind zurück in unserem Revier. Sie haben sich trotz schwierigster Bedingungen aus der Donau bis in den Wienerwald vorgekämpft. Derzeit kommen sie in Schwärmen über den neuen Fischaufstieg in Plankenberg.

In Siegersdorf beim Wehr ist Endstation für alle Donaufische. Laut EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen alle Wehre bis 2025 rückgebaut werden, um laichwandernden Fischen den Aufstieg zu ermöglichen. Wie wichtig die Maßnahme wäre, zeigt dieses Video.

Während in anderen Revieren verzweifelt versucht wird, den Fisch wieder anzusiedeln, kommt die seltene Nase in unser Revier von ganz allen. Da es keine Mühlen, Kraftwerke oder andere Wasserrechte an der Grossen Tulln gibt, ist sie der einzige größere Fluss in Niederösterreich, der für Fische frei passierbar wäre. Ein enormes Potenzial, wie die Aufnahmen zeigen.

Willkommen im Revier: Russnasen aus der Donau (Mit Video)

Willkommen im Revier: Russnasen aus der Donau (Mit Video)

Es ist der zweite Frühling, in dem Laichwandernde Fische aus der Donau in den unteren Revierteil bis Siegersdorf aufsteigen können. Und es ist der zweite Frühling, in dem Nasen und Barben das in großen Mengen tun. Nun gibt es auch noch neue Pioniere im Revier.

Video: Unterwasseraufnahmen der Russnasen bei der Pegelschwelle Siegersdorf.

Bereits im vergangenen Jahr wurden einzelne Russnasen gesichtet und gefangen. Nun ist ein ganzer Schwarm bis Siegersdorf aufgezogen. Diese Bilder entstanden am vergangenen Sonntag mit einer Gopro bei der Straßenbrücke nach Siegersdorf. Die weißen Punkte sind Sauerstoffbläschen, die sich durch die Sonneneinstrahlung von Wasserpflanzen lösten und an der Kamera haften blieben.

So ist der Blick auf den Schwarm etwas getrübt, trotzdem zeigen die Bilder eines deutlich: Die Durchgängigkeit der Fließgewässer ist ein wesentlicher Faktor zur Artenvielfalt. Umso wichtiger ist es, die nächsten Querbauwerke zu entfernen. Ein Förderantrag für die nächsten Projekte wurde bereits gestellt. Hoffentlich fallen die Pläne nicht dem Corona-Budget zum Opfer.

Vorgezogener Saisonstart: Entspannende Stunden mit guten Fängen

Vorgezogener Saisonstart: Entspannende Stunden mit guten Fängen

Diese schöne Bachforelle reflektierte am Sonntag auf die Nymphe des Lizenznehmers.

Normalerweise würde die Angelsaison im Revier erst am ersten April starten. Aufgrund der Corona-Krise ist das Fischwasser bereits seit 14 Tagen geöffnet. Angeln ist nämlich gut für die Psyche, Bewegung an der frischen Luft stärkt die Abwehrkräfte und Angeln ist auch trotz Ausgangsbeschränkungen weiterhin erlaubt, soferne die Mindestabstände eingehalten werden.

Bei einem Kontrollgang wurde ein Lizenznehmer gerade beim Drill angetroffen. Diese schöne Bachforelle reflektierte in Siegersdorf auf die Nymphe des Fliegenfischers. Auch andere Lizenznehmer berichten von schönen Fischerstunden am Wasser mit guten Fängen. Es freut mich, auf diese Weise etwas zur Bewältigung der schwierigen Situation beitragen zu können.

Not-Befischung: Die urige Wienerwaldforelle im Netz

Not-Befischung: Die urige Wienerwaldforelle im Netz

Die originale Wienerwaldforelle. Wenige Punkte entlang der Seitenlinie, eher hell, leicht gelblicher Bauchansatz.

Es gibt Dinge die sind unaufschiebbar. In Altlengbach bei der Autobahnbrücke droht der Radweg abzurutschen, Sicherungsmaßnahmen sind dringend nötig. Und in solchen Notfällen, muss auch die Fischerei ausrücken. Bevor die Bagger anrollen, muss der Baustellenbereich elektrisch befischt werden, um das Leben der Tiere zu retten und Naturschäden zu verhindern. Bei den Arbeiten wurden natürlich die derzeit geltenden Sicherheitsabstände eingehalten.

Bei der Not-Befischung wurde der Sicherheitsabstand streng eingehalten.

Obwohl nur ein relativ kleiner Bereich abgefischt wurde, der keine größeren Gumpen oder Kolke aufweist, sah man wie reichhaltig die Fischfauna auch im oberen Flussabschnitt ist. Es wurden mehr als hundert Fische geborgen. Die meisten davon kleine Schneider, die selten und daher ganzjährig geschont sind.

Einer von dutzenden Schneidern. Selten und daher ganzjährig geschont.

Auch mehrere Koppen, ebenfalls selten und ganzjährig geschont wurden geborgen und umgesetzt. Darunter auch einige Prachtexemplare. Das ist besonders bemerkenswert, denn die Koppe stellt besondere Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie benötigt beste Wasserqualität, eine hohe Sauerstoffkonzentration, niedrige Wassertemperaturen und einen steinigen Grund. Schön zu wissen, dass diese Voraussetzungen im oberen Revierteil gegeben sind.

Wilder Geselle. Die seltene und ganzjährig geschonte Koppe braucht kühles, klares, sauerstoffhaltiges Wasser und fühlt sich im Laabenbach wohl.

Und auch zahlreiche Forellen gingen in den Kescher. Da hier seit Jahrzehnten nicht besetzt wird, handelt es sich um den originalen Wienerwald-Stamm der Bachforelle, der besonders gut an die Bedingungen angepasst ist. Und so sieht sie aus, die Wienerwald-Forelle: Wenige größere Punkte entlang der Seitelinie, eher hell und wenn sie größer sind zu einem gelben Bauch neigend. Ein kurzer Rundruf unter alten „Fischgreiferkollegen“ bestätigte: Genau so sahen die Forellen aus, die wir in unserer Kindheit begutachtet hatten.

Eine von mehreren gefangenen Wienerwaldforellen. So hatten sie Fischgreifer vor mehr als 30 Jahren schon in Händen.