Was machen die Fische im Winter? Coronaparty im Revier!

Was machen die Fische im Winter? Coronaparty im Revier!

Derzeit ruht die Fischereisaison, ab 16. März öffnet das Revier Große Tulln I/1 die Saison 2021. Damit die Zeit bis dahin schneller vergeht, haben wir einmal nachgesehen, was die Fische im Revier derzeit eigentlich so treiben. Und es sind sensationelle Unterwasseraufnahmen vom Winterquartier der Donaufische, die in unser Revier aufgestiegen sind, gelungen.

Video vom Winterquartier der Donaufische im Revier.

Die gute alte Gopro wurde im Jänner im berüchtigten „Nasenloch“ versenkt. Die Stelle wird hier nicht geoutet, ist Lizenznehmern aber bekannt, da hier immer wieder gute Fänge an den haken gehen. Und nach der Bergung der Kamera zeigte sich am Chip, wie groß die Dichte an Fischen hier ist. Zahlreiche Arten drängeln sich dort dicht an dicht. Fast so als ob die tiere dort eine Party feiern würden. Weitgehend unbemerkt von den Spaziergängern, die sich hier am Höhepunkt des Lockdowns die Füße vertreten.

Entspannungsübung: Wie viele Arten und Individuen sind im Video zu sehen?

Die Aufnahmen bestätigen das Ergebnis einer wissenschaftlichen Befischung unweit dieser Stelle. Limnologe Michael Schabuss war im September überrascht, wie viele Fische in diesem schlecht strukturierten Abschnitt der Großen Tulln gefangen wurden. Siehe Beitrag hier. Und die Aufnahmen bestätigen auch, wie erfolgreich der Rückbau von Wehranlagen ist. Seit Fische ungehindert von der Donau ins Revier aufsteigen können, haben sich tausende Individuen auch von neuen Arten angesiedelt.

Im Sommer ist daher geplant zwei weitere Wehre rückzubauen. Danach können die Fische bis zum Wehr in Asperhofen ungehindert aufsteigen. Bis dahin genießen wir die Bilder der Fische in ihrem Winterquartier. Wer Lust hat kann versuchen die einzelnen Arten zu bestimmen und zu schätzen wie viele Individuen sich dort tummeln. Ist auch eine gute Übung zur Beruhigung in unruhigen Zeiten, in denen Angststörungen Depressionen und Angststörungen stark zunehmen. Auch Angeln kann dagegen helfen. Informationen über Lizenzen finden Sie hier.

Neue Saison startet am 16. März: Freie Lizenzen

Neue Saison startet am 16. März: Freie Lizenzen

Schwärme von Donaufischen bleiben auch im Winter im unteren Revierteil, wie dieses Video zeigt.

Eine würdige Saison geht im Fischereirevier Grosse Tulln zu Ende. Die Durchgängigkeit zur Donau hat sich sensationell auf die Artenvielfalt im Revier ausgewirkt, wie eine wissenschaftliche Befischung gezeigt hat. Die Bachforellen fanden Laichplätze und vermehrten sich im Schaubergerpark. Das Revier war in den Lockdowns Zufluchtsort und legaler Grund die Wohnung zu verlassen.

Der erste Schied im Revier: Der 65cm-Räuber lieferte einen Sensations-Drill

Angler hatten die erste Nase, der erste Schied und der erste Hecht im Kescher. Auch Fänge von Forellen waren bestens, der Wasserstand war nach einem trockenen Frühjahr ab Mai optimal.

Bachforellen beim Laichen im oberen Revierteil im diesem Winter

Positiv: Die Donaufische haben sich im Herbst nicht verabschiedet, sondern nutzen das Revier das ganze Jahr über als Unterstand. Dazu tragen auch die fünf Buhnen bei, die vor zwei Jahren aus Mitteln des Landesfischereiverbandes und des damaligen Pächters Friedrich Brückler errichtet wurden. Dieses Unterwasservideo-Zeigt, wie wichtig diese Strukturen als Lebensraum für verschiedene Fischarten sind.

Auch die Funktion als Unterschlupf vor Fischräubern sieht man in diesem unterwasser-Video. Ein Gänsesäger bleibt auf seinem Tauchgang erfolglos, weil die Fische in den Ritzen der Buhne Zuflucht gefunden haben.

Fische überwintern in den neuen Buhnen im unteren Revierteil.

Das Fischereirevier ist nun in Winterpause und öffnet am 15. März wieder. Es gibt noch freie Lizenzen für 2021. Details finden Interessenten hier.

Würdiger Saisonschluss: Erster Donau-Hecht im Revier gefangen!

Würdiger Saisonschluss: Erster Donau-Hecht im Revier gefangen!

Der erste Donauhecht im Revier: Geangelt am 5. 12. kurz vor Dämmerung bei den Buhnen in Plankenberg. Der etwa 52 cm lange Spitzzahn ging auf einen gelben Twister und wurde zurückgesetzt.

Gleich zu Beginn eine Richtigstellung. Irgendwann einmal, es muss Neunzehnhundertfeuerzeug gewesen sein, hat schon einmal ein Lizenznehmer einen Hecht in unserem Revier gefangen. In Emmersdorf. Man vermutete damals, dass das Tier nach einem Starkregen aus einem Teich entwischt ist und im Wehrkolk eine Neue Heimat gefunden hat.

Nun ist das anders. Denn am letzten Fischerei-Wochenende hatte Wasserbaukonsulent Dipl. Ing Mühlbauer gleich zwei Hechte an der Angel. und zwar in Plankenberg, bei den neu errichteten Buhnen oberhalb des Fischaufstieges. Ein Hecht ging etwa ein Meter vor dem Ufer vom Haken. Ein zweiter wurde geborgen. Es ist somit der erste gefangene Hecht, der aus der Donau in unser Revier aufgestiegen ist.

Nebelstimmung bei Siegersdorf. Die Angeltage wurden kürzer.

Die Saisonverlängerung bis zum ende des Lockdowns brachte somit noch eine angenehme Überraschung. Eine Fischerjahr mit außergewöhnlichen Fängen auch von bisher im Revier nicht vorhandenen Fischarten ist somit würdig zu Ende gegangen. Wobei, ganz zu Ende ist es noch nicht. Denn in den Weihnachtsfeiertagen von 25. 12. bis 1. 1. ist der unterste Revierabschnitt noch einmal zum Altjahresfischen geöffnet.

Angeln und Plausch am 27. Dezember

Geplant wäre, dass es am Sonntag den 27. 12. nachmittags eine Art „Meet & Greet“ im untersten Revierabschnitt geben könnte, bei dem man sich ja zwanglos und zufällig am Wasser begegnen kann und – mit Sicherheitsabstand – Gelegenheit auf einen Plausch besteht. Alle Lizenznehmer von 2020 sind gern gesehen.

Angelstimmung beim ersten Schneefall. Seltene Kulisse an der Großen Tulln.

Zum Abschluss noch eine gute Nachricht für kommendes Jahr. Nachdem die Rückbauten der Wehranlagen und die Durchgängigkeit zur Donau derart große Erfolge gebracht hat, will das Land Niederösterreich nun weitermachen. Derzeit laufen bereits die Vorbereitungen für die nächsten Rückbauten. Im Sommer 2021 sollen dann die Wehre in Siegersdorf und bei der Ölmühle in Asperhofen für Fische passierbar gemacht werden. Die Statik ist bereits geprüft und die Planung vergeben. Nun wird die Ausschreibung der Baustelle vorbereitet.

Ich bedanke mich bei allen Lizenznehmern, bei allen Experten und Aufsehern für die Unterstützung und hoffe auf die Treue im kommenden Jahr. Nur mit enorm viel Hilfe von Freiwilligen und Unterstützern ist es möglich dieses Revier zu führen und weiterzuentwickeln. Danke und Petri!

Unterwasseraufnahmen: Laichspiel der Bachforelle im Laabenbach – Mit Video!

Unterwasseraufnahmen: Laichspiel der Bachforelle im Laabenbach – Mit Video!

Das Video der laichenden Forellen.

Ende November 2020 im Schaubergerpark in Neuengbach. Die Wassertemperatur des Laabenbaches hat knapp unter sieben Grad Celsius – perfekte Bedingungen um das Laichspiel der Bachforellen zu beobachten. Auf der Suche nach geeigneten Plätzen hält man am besten nach lebhaft überströmten Furten ausschau. An deren oberem Ende sind meist beste Bedingungen für die Entwicklung der Fischlarven. Im regulierten Fluss fehlen diese Furten oft, deshalb sind Renaturierungsprojekte wie der Schaubergerpark derart wichtig.

Der helle Fleck ist eine Forellen-Laichgrube im Schauberger-Park. Der geübte Angler erkennt die Schemen zweier Forellen in der Mitte. Laien tun sich da schon schwerer.

Wenig geeignete Stellen im regulierten Bachbett. Kurz oberhalb des Einlaufes der unteren Renaturierungsstrecke im Schaubergerpark ist so eine Stelle. Und tatsächlich haben sich zwei Bachforellen eingefunden um mit dem Laichspiel zu beginnen. Man erkennt deutlich einen hellen Fleck – es ist die Laichgrube, welche das Weibchen mit Schwanzflossenschlägen ausgehoben hat. Schemenhaft sieht man auch zwei Fische in der Laichgrube – eine Chance die Gopro zu versenken und auf Unterwasseraufnahmen zu hoffen.

Eine männliche Wienerwald-Forelle am Laichplatz. Die Färbung ist wie sie typisch für diesen stamm ist. Gelber Bauch, kräftige Punkte, um die Seitenlinie leuchtend rote Ponkte.

Tolle Unterwasseraufnahmen mitten in der Stadt. Und tatsächlich gelingen gute Aufnahmen des Forellenpärchens beim Laichspiel – mitten in Neulengbach. Die Eier brauchen nun je nach Wassertemperatur zwei bis drei Monate, bis sie zu kleinen Jungfischen herangereift sind. Dabei darf die Wassertemperatur nicht über acht bis neun Grad Celsius steigen, sonst sterben die Larven ab. Auch jede Verunreinigung oder Aufwühlung des Wassers wäre nun fatal. Denn selbst wenn man die Laichgruben nicht betritt, verlegen die aufgewühlten Schwebstoffe die Schotterritzen und die Eier werden zugedeckt und sterben ab.

Bald gesellt sich auch ein Weibchen (Rogner) dazu und das Laichspiel beginnt.

Bitte um Rücksicht: Jede Störung im Bach gefährdet die Forellenbrut. Daher eine große Bitte an alle Naturliebhaber und Hundehalter: Die nächsten Monate bitte nicht in den Bach steigen oder die Hunde ins Wasser lassen. Selbst kleinste Trübungen gefährden das Aufkommen der nächsten Generation der seltenen Wienerwaldforellen. Man kann die Natur auch vom Ufer aus genießen, und wer ruhig ist und still schaut, kann vielleicht zwei der Forellen beim Laichspiel beobachten.

Bitte um Rücksicht: Jede kleine Störung kann die Entwicklung der Fischlarven gefährden. Mensch und Hund sollten die nächsten Monate den Bach nicht betreten.

Saison bis Lockdown-Ende verlängert. Für alle Lizenznehmer gibt es eine gute Nachricht: Angeln dient der psychischen und physischen erholung und ist deshalb auch während des Lockdowns erlaubt. Um unseren lizenznehmern die Möglichkeit weiterhin zu bieten, wird die Saison ausnahmsweise nicht am 30. November beendet sondern bis zum Ende des Lockdowns verlängert. Zwischen 25. 12. und 1. 1. besteht dann im untersten Revierteil zwischen Siegersdorf und Plankenberg die Möglichkeit einen Weihnachtsfeiertag beim Altjahresangeln zu verbringen. Alles Gute, gesund bleiben und eine Schöne Zeit am Wasser!

Fischereisaison wird bis zum Ende des Lockdowns verlängert

Fischereisaison wird bis zum Ende des Lockdowns verlängert

Eine ereignisreiche Saison geht zu Ende. Nach einem trockenen Frühjahr gab es den gesamten Sommer und Herbst optimale Wasserbedingungen. Die Fänge an Forellen waren gut, zusätzlich konnten erstmals Nasen und ein schöner Schied im Revier gefangen werden.

Beste Bedingungen: Forellenfänge von Walter Höfler im Sommer in Emmersdorf.

Schon im Frühjahr wurde das Revier früher geöffnet, um eine Abwechslung im ersten Lockdown zu bieten und die Isolation etwas erträglicher zu machen. Auch nun im zweiten Lockdown stellt Fischen nach Auskunft des gesundheitsministeriums eine Tätigkeit dar, die auch der psychischen Erholung dient, weshalb auch gefischt werden darf. Dabei sind aber alle sonstigen maßgeblichen Bestimmungen der vorzitierten Verordnung einzuhalten.

https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2020_II_479/BGBLA_2020_II_479.html

Deshalb werden wir die Saison nicht wie üblich am 30. November beenden. Unterhalb der Strassenbrücke in Grabensee bis zum Revierende bei der Brücke in Plankenberg darf bis zum Ende des Lockdowns weitergefischt werden. Durch die Verlängerung soll den Lizenznehmern und deren Angehörigen die Möglichkeit gegeben werden, bei ein paar erholsamen Stunden am Wasser die Tristesse des Lockdowns zu vergessen.

Ich bitte alle Lizenznehmer nun besonders darauf zu achten, die Bachforellen, die derzeit ablaichen, zu schonen. besonders das Verbot den Bach zu betreten ist zu beachten, um die Laichplätze nicht zu zerstören oder Sedimente aufzuwühlen, welche die Brut gefährden.

Die Fischerei kann also zumindest bis 7. Dezember im Revier weiter ausgeübt werden. Sollte der Lockdown länger andauern, wird auch das Saisonende nach hinten angepasst. Von 25. Dezember bis einschließlich 1. 1. ist das Revier unterhalb des Wehres in Siegersdorf bis Plankenberg fürs Altjahresfischen geöffnet. Ob es einen Nachmittag gibt, an dem man im Freien Gelegenheit für ein Gespräch oder einen Tee aus der Thermoskanne hat, wird den Umständen entsprechend kurzfristig entschieden.

Liznehmer Walter Höfler gingen diese Regenbogenforellen an den Haken.

Es wurden auch heuer wieder ausreichend Forellen besetzt, ein Lokalaugenschein am Wochenende hat ergeben, dass auch noch jede Menge beißfreudige Regenbogenforellen unterwegs sind. Petri und eine schöne Zeit am Wasser !

Befischung: Schwärme von Donaufischen und drei neue Arten gefangen (Mit Video)

Befischung: Schwärme von Donaufischen und drei neue Arten gefangen (Mit Video)

Die Wissenschaftler vom Büro „Pro Fisch“ bei der Arbeit. Eine starke Nase springt vor dem Stromgerät.

„Wenn man den Fluss von aussen sieht, erwartet man nicht, dass hier so viele Arten und eine so hohe Biomasse vorhanden sind.“ Selbst Dr. Michael Schabuss vom Büro „Pro Fisch“ war vom Ergebnis einer Elektro-Befischung der Grossen Tulln überrascht. Der Limnologe und sein Team befischten am 15. September 2020 120 Meter Flusstrecke unterhalb der Brücke in Siegersdorf und registrierten die Fänge.

Video: Das ging bei der Abfischung in die Kescher

Eindrucksvoll, wie die starken Nasen vor den E-Geräten in die Luft sprangen und dicke Barben ins Netz gingen. Die Wissenschaftler gingen dabei sehr schonend vor, nicht ein einziger von hunderten gefangenen Fischen starb bei der Aktion.

Die gefangenen Fische wurden in Becken mit Sauerstoffzufuhr bis zur Vermessung gehältert.

Die Hauptarten, die bei der Befischung nachgewiesen wurden, waren Aitel, Schneider und erstaunlicher Weise der Bitterling. Michael Schabus: „Das war insoferne eine Überraschung, da der kleine Fisch auf die Flussmuschel zur Fortpflanzung angewiesen ist, da er in ihr ablaicht. Sein großes Vorkommen deutet auch auf große Muschelbestände hin.“

Überraschungsgast Bitterling deutet auf Muscheln hin

Neben dem Bitterling, dessen Vorkommen im Revier bislang nicht bekannt war, wurden auch zwei weitere neue Fischarten erstmals in diesem Bereich nachgewiesen. Das Rotauge und der Weißflossengründling. Letzterer ist ein Indikator dafür, dass die Durchgängigkeit zur Donau gegeben ist. Bachforellen und Barsche vertraten die Gattung der Räuber. Ein großer Schied, wie er zuletzt unweit der Stelle gefangen wurde, war allerdings nicht in den Keschern.

Eine dicke Barbe wird vermessen und gewogen.

Auch das Vorkommen von Nasen und Barben war eine positive Überraschung. Michael Schabus: „Wir haben bei beiden Arten sowohl große Tiere als auch mittlere und kleine, also mehrere Generationen festgestellt. Das ist insoferne erstaunlich, da sich in Zubringern die großen Individuen oft nur im Frühjahr zum Laichen aufhalten und dann wieder verschwinden. Dass hier so viele im September gefangen werden, ist erstaunlich.“

Limnologe Dr. Michael Schabus: „Es bringt die Durchgängigkeit nichts, wenn ich den aufsteigenden Fischen keine Lebensräume biete“

Erster Befund: Wehrrückbauten höchst erfolgreich

Die Ergebnisse der Befischung werden im Frühjahr veröffentlicht. Vorab fasst Schabus aber bereits zusammen, dass die Durchgängigkeit zur Donau einen überraschend positiven Effekt auf die Fischbestände hat. 2019 wurden zwei Wehranlagen in Abstetten und Plankenberg rückgebaut, seither wandern Donaufische wie Nasen und Barben massenhaft zu um hier zu laichen.

Limnologe: „Vom Pfui ins Gack – Keine Durchgängigkeit ohne Strukturverbesserung“

Trotzdem brauche es aber nicht nur weitere Wehrrückbauten, sondern auch weitere Strukturmaßnahmen. Schabus: „Es bringt wenig, wenn der Fisch vom Pfui ins Gack aufsteigen kann. Es braucht mehr Habitate, Laichmöglichkeiten, Unterstände für Jungfische und Winterunterstände, damit die Situation besser wird. In diesem Bereich ist der Fluss extrem begradigt und viele Lebensräume fehlen. Auch das Flussbett ist extrem grobkörnig, zum Laichen würden die Fische feinere Kiesbänke benötigen.“

Auch schöne Bachforellen finden sich im unteren Abschnitt des Reviers.

Die nächsten Maßnahmen an der Grossen Tulln sollen laut Land Niederösterreich die Rückbauten der Wanderhindernisse bei den Wehren in Siegersdorf und Asperhofen sein. Die Fischerei wird sich bemühen, im Zuge der Arbeiten mit Hilfe des Landesfischereiverbandes vielleicht auch die eine oder Andere Strukturierungsmaßnahme umzusetzen. Denn man sieht: Die Fische wandern in Schwärmen aus der Donau zu. Jetzt müssen sie nur noch geeignete Unterstände und Laichbänke vorfinden. Um mit Dr. Schabus zu sprechen: ein wenig mehr „Hui“ und weniger „Pfui“ tut dem stark regulierten Flussabschnitt sicher gut.

Sensationsdrill: Schied (65 cm) biss auf Forellenspinner

Sensationsdrill: Schied (65 cm) biss auf Forellenspinner

Ende August war ich mit Kollegen wieder einmal auf Ansitz unterhalb von Siegersdorf. Zwecks etwas Abwechslung und Bewegung (es heißt ja Sportfischen) beschloss ich mich vom Klappstockerl zu erheben und mit einem vier Gramm Forellenspinner die Kolke unterhalb des Wehres in Siegersdorf auf Forellen oder Barsche zu befischen. Was dann geschah, hatte ich allerdings nicht am Radar.

Knapp unter der Oberfläche geführt, hatte sich offenbar ein Ast im Spinner verfangen. Als der vermeintliche Hänger aber plötzlich Schnur nahm war klar: Da war was Großes am Haken. Der Drill brachte die kleine Forellenspinnrute an die Grenzen. Zum Glück hatte ich ein etwas dickeres Fluor-Carbon Vorfach mit 0,2 aufgezogen. Die Bremse wurde knapp unter das vermutete Belastungsmaximum nachgezogen. Immer wieder nahm der Fisch trotzdem Schnur oder tauchte an den Grund des Kolkes ab.

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Zuerst vermutete ich eine Barbe im Raubmodus, was ab und zu vorkommt. Als der Fisch das erste mal sprang, war aber bald klar: Es ist ein großer Schied (Rapfen). Dieser Weißfisch ernährt sich als einzige Karpfenart vorwiegend räuberisch. Vom Aitel kann man ihn leicht durch sein oberständiges Maul unterscheiden. Nach etwa fünf Minuten war der Bursche dann im Netz. Mit 65 cm Größe und knapp drei Kilo Gewicht war der Fang für die Größe dieses Flusses absolut ungewöhnlich.

Da die Kollegen stromabwärts damit beschäftigt waren Grundler zu sekkieren waren keine Zeugen anwesend. Ich beschloss daher den Fisch, der ob seiner 137 zusätzlichen Muskelgräten als ungenießbar verschrien ist, trotzdem zu entnehmen. Die Filets wurden im Cutter zerkleinert und zu köstlichen Laibchen verarbeitet.

Fänge wie diese zeigen, wie abwechslungsreich die Fischerei im Revier geworden ist, seit die Passierbarkeit für Fische im unteren Revierteil gegeben ist. Zahlreiche Donauarten haben sich inzwischen etabliert und Laichgründe sowie neuen Lebensraum gefunden. Der weitere Rückbau von Querbauwerken ist daher oberstes Ziel. Projekte für Fischaufstiegshilfen bei der Wehranlage in Siegersdorf sind bereits zur Förderung eingereicht und sollen bereits diesen Winter begonnen werden.

Steckerlfisch aus Russnase (Mit Video, Feinripp Cut)

Steckerlfisch aus Russnase (Mit Video, Feinripp Cut)

Natürlich ist das Revier Grosse Tulln I/1 ein hervorragendes Forellenrevier. Aber es gibt auch unterschätzte Fische, die vom Angler oft verschmäht werden. Über die Liebe zum Aitel habe ich mich auf dieser Seite ja bereits mehrmals geoutet. Diesmal will ich die Lanze für einen anderen Weißfisch brechen: Die Russnase.

Kurz vor Fischereiende ging an einem lauen Augustabend eine vimba vimba mit stolzen 47cm an den Haken. Aus Erzählungen greiser Angler weiß ich, dass früher die original Steckerlfische aus Weißfischen wie Russnase oder Nase zubereitet wurden. Deswegen beschloss ich den Fisch nicht zurückzusetzen sondern auf historische Weise zuzubereiten.

Im Video zeige ich wie man eine Russnase schröpft, vorbereitet, langsam über Buchenscheiten gart und stilecht serviert. Modebewusste Zeitgenossen seien gewarnt: Für das Video habe ich mich extra stilecht in Feinripp und Gummischlapfen geworfen, die historisch überlieferte Tracht des lokalen Steckerlfischbraters.

Fang der ersten Nase im Revier (Mit Video)

Fang der ersten Nase im Revier (Mit Video)

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Nach Eineinhalb Jahren vergebener Versuche, konnte nun die erste Donaunase seit Jahrzehnten im Revier gekeschert werden. Das scheue Tier ging auf eine Kombi aus roter und weißer Made an den 12er Haken. Geangelt wurte mit einer feinen 10 ft Feeder Rute bei aufsteigendem Wasser am Tag vor dem großen Hochwasser mitte Juni 2020.

Die Beseitigung der Wanderhindernisse im Unterlauf hat die Fischerei auch in unserem Revier Grosse Tulln I/1 abwechslungsreicher macht. Während im oberen Abschnitt der 25 Kilometer Flussstrecke die Forellenfischerei mit Fliege oder Spinner dominiert, kann man in den unteren drei Kilometern auf alle Arten von Donaufischen ansitzen. Hecht, Barsch, Nase, Russnase, Schied und natürlich kapitale Döbel zeichnen den Abschnitt zwischen Siegersdorf und Plankenberg aus.

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Wenn die Barben Liebe machen (mit Video!)

Wenn die Barben Liebe machen (mit Video!)

Seit dem Fall der Wehre in Abstetten und Plankenberg sind sie auch wieder regelmäßig in unserem Revier anzutreffen. Fänge wie jener auf diesem Foto unten sind wieder möglich.

Die Barben kommen trotz extremem Niedrigwasser auch dieses Jahr aus der Donau zu uns um hier abzulaichen. Bei den neuen Buhnen-Strukturen in Plankenberg dürften sie das bereits getan haben. Bei der Kontrolle eines Laichplatzes wurden kleine Eier gefunden – wahrscheinlich Barbenlaich.

Bei ihrem Liebesspiel in Plankenberg haben die stolzen Bartträger aber offenbar Diskretion bevorzugt. Deswegen habe ich einen Ausflug ins Unterliegerrevier unternommen. Oberhalb von Judenau wurde im Reich des Sportfischereivereines Ottakring eine große Renaturierung verwirklicht. Der Fluss erhielt mehr Raum, Buhnen wurden errichtet, inzwischen ist alles schon dicht bewachsen. Ein Paradies für Fische und andere Lebewesen.

Und hier fühlten sich die Barben offenbar unbeobachtet. Am letzten April-Wochenende gelangen so Aufnahmen des Laichspieles der Fische. Bis zu zehn Männchen bedrängten dabei die größeren Weibchen – bis diese schließlich ihre Eier in gut überströmten Furten ablegten. Bilder wie diese zeigen: Es genügt nicht nur, dass die Fische ungehindert wandern können. Sie brauchen auch Strukturen um zu überleben und sich fortzupflanzen. Diesbezüglich ist im revier Große Tulln I/1 noch Nachholbedarf. Aber mit jedem Wehr das rückgebaut wird und mit jeder Struktur die entsteht, verbessern sich die Bedingungen.